Was man als Fitness-Gym-Betreiber wissen sollte: Zwischen Shake-Bar und Salatschale
Es gibt diese Szene, die in fast jedem Studio gleich aussieht: Ein paar Minuten nach dem letzten Satz. Der Puls sinkt. Die Muskeln brennen noch, und das Handy ist schon wieder in der Hand. Im Automaten am Ausgang stehen die üblichen Verdächtigen für Ernährung im Fitnessstudio: Riegel, Pulver, Booster. Viel Kunststoff. Große Versprechen.
Und dann kommt die eigentliche Frage – die, die in diesem Jahr plötzlich längst nicht mehr „nice to have“ ist, sondern betriebswirtschaftlich wird: Wie versorge ich Sportler:innen so, dass Ernährung nicht nur „Nahrungsergänzung“ heißt, sondern auch Essen? Denn: Wer trainiert, isst nicht automatisch besser. Oft isst er nur anders – und manchmal zu einseitig.
Fitness ist groß – und Ernährung im Fitnessstudioist der blinde Fleck
Deutschland trainiert. Die deutsche Fitness- und Gesundheitsbranche ist 2024 weiter gewachsen: Fast 12 Millionen Mitglieder, rund 5,8 Milliarden € Umsatz (netto), circa 9.000 Anlagen.⁽⁴⁾ Europa zieht mit: Laut EuropeActive/Deloitte ist die Zahl der Club-Mitgliedschaften 2024 in Europa auf 71,6 Millionen gestiegen, die Umsätze legten deutlich zu.⁽⁵⁾
Das ist die erfreuliche Nachricht.
Die zweite Nachricht klingt zwar zunächst leiser, ist aber nicht weniger entscheidend: Wer so viele Menschen in Bewegung bringt, wird automatisch Teil ihres Alltags und damit auch Teil ihrer Essentscheidungen. Nicht als Ernährungsberatung. Nicht als Moralinstanz. Sondern ganz banal: als Ort, an dem nach dem Training noch schnell „was“ gekauft wird.
Und dieses „was“ ist in vielen Studios noch erstaunlich altmodisch: süß, ultraverarbeitet, protein-überlabelt, aber ohne Gemüse, ohne Ballaststoffe, ohne echte Sättigung. Es ist die kleine Ironie des Fitnessbooms: Man trainiert für den Körper – und füttert ihn danach wie eine Nebenrolle.
Was der Staat sagt und was die Praxis aus Ernährung im Fitnessstudio macht
Die Seite des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) formuliert zu Ernährungstipps für Sportler etwas sehr Unaufgeregtes, fast Altmodisches – und gerade deshalb Modernes: Es gilt, „bunt und ausgewogen“ zu essen; für die meisten Freizeitsportler seien Nahrungsergänzungsmittel meist überflüssig. ⁽¹⁾
Das ist kein Anti-Supplement-Manifest. Es ist ein „Food-first“-Hinweis. Und er passt erstaunlich gut zur Studio-Realität: Die meisten Mitglieder sind keine Leistungssportler. Sie sind Alltagssportler. Sie trainieren zwischen Arbeit, Kindern, Terminen. Sie brauchen weniger „Booster“ – sie brauchen eher eine verlässliche, einfache Versorgung: etwas, das satt macht und nicht nur laut ist.
Die Sportmedizin warnt – und warum das für Studios relevant ist
Die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin hat 2024 eine explorative Analyse zusammengefasst, die in Studios zum Thema Ernährung im Fitnessstudio gerne Pflichtlektüre sein dürfte – gerade weil sie nicht perfekt ist, sondern ehrlich: kleine Stichprobe, Snowball-Sampling, methodische Grenzen.⁽²⁾ Trotzdem ist die Richtung klar: In der Studie wurden 244 Fragebögen ausgewertet; männliche Fitnessstudiomitglieder waren in den Gruppen mit durchschnittlichem und hohem Supplementkonsum signifikant überrepräsentiert; Männer mit niedrigem Konsum waren unterrepräsentiert.⁽²⁾
Im Originalartikel sieht man die Verteilung noch plastischer: Ein großer Teil konsumiert wenig oder angemessen – aber ein relevanter Anteil rutscht in „mehr hilft mehr“. In der Auswertung wird u. a. beschrieben, dass 65 % in der „low“-Gruppe lagen, 30 % in „average“, 6 % in „high“ (Rundungen), und dass ein Teil gar keine Supplements nutzt. ⁽³⁾
Warum ist das für Gym-Betreiber relevant?
Weil Studios nicht nur Trainingsflächen sind, sondern Konsumräume. Und weil sich in Konsumräumen Gewohnheiten stabilisieren: Wer nach dem Training immer nur den Riegel nimmt, lernt: Das ist Sporternährung. Punkt. Das Studio muss kein Gesundheitsamt spielen. Aber es kann – schlicht durch Angebot – mitentscheiden, ob Sporternährung im Alltag einseitig oder vollständig wird.
Der Supplement-Markt wächst. Kommt die Regulierung hinterher?
Parallel zur Studio-Praxis wächst der Markt. Eine IQVIA-Infografik aus Mai 2025 zeigt für Deutschland im Bereich Vitamine, Mineralstoffe und Health-Supplements (VMHS) in den großen Vertriebskanälen (Apotheken, Versand, Mass Market) sowohl Umsatzwachstum als auch ein Absatzplus gegenüber dem Vorjahr.⁽⁷⁾
Dazu kommt ein Befund aus der Verbraucherperspektive: Eine Auswertung der Verbraucherzentrale (Stand: Februar 2026) verweist auf eine Studie (Mai 2025) im Auftrag von Lebensmittelklarheit.de: 77 % der Befragten nutzen regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel; mehr als die Hälfte mindestens wöchentlich.⁽⁶⁾
Das ist nicht „nur“ Ernährung im Fitnessstudio. Das ist Gesellschaft.
Über unsUnd wo ein Markt groß ist, entstehen automatisch zwei Dinge: gute Produkte – und schlechte. Überdosierungen sind dabei nicht nur eine theoretische Möglichkeit. Die Risikobewertung wird gleichzeitig ebenfalls konkreter: EFSA hat 2023 eine wissenschaftliche Stellungnahme zum Upper Intake Level (UL) für Vitamin B6 veröffentlicht.⁽⁹⁾
Das BfR hat 2024 für B6 in Nahrungsergänzungsmitteln eine empfohlene Höchstmenge pro Tagesverzehrempfehlung benannt (0,9 mg für Personen ab 15 Jahren).⁽⁸⁾ Man muss keine Angstkampagne daraus machen. Aber man sollte begreifen: Der Raum „Ernährung im Fitnessstudio“ ist regulativ und reputativ sensibel. Wer im Studio verkauft, verkauft nicht nur Ware. Er verkauft Vertrauen.
Protein-Ernährung im Fitnessstudio ist Mainstream, aber das Pulver-Zeitalter ist vorbei
Protein bleibt. Jedoch: Es verändert sein Kostüm. Ein IFE-Beitrag aus September 2025 beschreibt, wie Protein aus der Gym-Nische in den Alltag wandert („protein-isation“ von Pasta, Cereals, Snacks). Er nennt als Beispiele u. a. Zahlen von Cargill (USA) und Ocado (UK) zur steigenden Proteinaufnahme und Suchdynamik.⁽¹⁰⁾
Wichtig ist hierbei weniger die exakte Länderübertragbarkeit. Wichtig ist der Mechanismus dahinter: Protein wird zur Alltagssprache, ähnlich wie „zuckerfrei“ oder „bio“. Und wenn ein Nährstoff zur Alltagssprache wird, passiert schnell Folgendes:
Er wird auf alles gedruckt. Er wird damit auch entwertet. Und die Leute fragen irgendwann: „Okay – aber was ist drin außer Protein?“
Parallel dazu zeigen große Konsumtrendreports, dass Wellness 2025/2026 stärker als früher entscheidet, wofür Menschen Geld ausgeben – und dass digitale, selbstoptimierende Zielgruppen besonders aktiv sind.⁽¹¹⁾ Für Fitnessstudios heißt das 2026: Protein bleibt ein Umsatztreiber – aber der Gewinner ist nicht der lauteste 30-Gramm-Riegel. Der Gewinner ist das glaubwürdige, alltagstaugliche Produkt: Bowl, Wrap, Joghurt mit Topping, frisches Sandwich – proteinreich, ja, aber eben auch Essen.
Der „Fresh Gap“ im Gym: Warum frische Ware so schwer ist (und genau deshalb so wirksam)
Viele Betreiber spüren es, bevor sie es aussprechen: Frische Ware ist komplizierter als ein Karton Riegel.
- Kühlketten
- MHD-Druck
- Hygiene
- Abschriften
- Platz
- Personal (oder eben: kein Personal)
Und dann ist da noch die Realität auf dem Arbeitsmarkt: In den Bereichen Hospitality und Foodservice sind die Arbeitsbedingungen, Rekrutierung und Personaldynamiken seit Jahren durchaus herausfordernd; europäische Analysen zeigen strukturelle Spannungen und Handlungsdruck.⁽¹³⁾
Wenn also frische Ware personalintensiv ist, dann kollidiert sie genau mit dem, was 2026 knapp ist: Zeit und Menschen. Aber: Genau hier entsteht der Raum für neue Modelle.
Drei Modelle, wie frische Sportlernahrung im Studio funktionieren kann
Modell 1
Die klassische Theke: gut, aber selten skalierbar
Eine Theke kann wunderbar sein. Sie schafft Atmosphäre, bindet Community, trägt die Marke. Nur bedeutet sie eben auch: Personal, Schichtplan, Ausfälle, Mindestumsatz pro Stunde.
Einschätzung:
Für Boutique-Studios mit hoher Aufenthaltsqualität funktioniert das. Für Ketten, für 24/7-Zugänge, für kleine Flächen oft nicht.
Modell 2
Der Automat: effizient, aber im Sortiment begrenzt
Vending kann viel, aber nicht alles. Der klassische Automat ist oft auf langlebige Produkte getrimmt – und viele Betreiber haben sich damit abgefunden, dass „Fitness-Snack“ gleichbedeutend ist mit „Haltbarkeit“.
Und trotzdem: Der Vending-Markt bewegt sich. Die European Vending & Coffee Service Association (EVA) zeigt, dass sich Standorte verändern.⁽¹²⁾
Modell 3
Unattended Micro-Market / Smart Fridge: frische Ware ohne Thekenlogik
Hier wird es interessant, wenn ein altes Problem neu organisiert wird: Verkauf ohne permanente Anwesenheit. In der EVA-Europa-Zusammenfassung (Okt 2024) tauchen z. B. Smart Fridges als eigenes Segment auf; es werden 2.700 Smart Fridges (bei den Respondents) genannt, unabhängig von Micro-Markets – und der Hinweis, dass mehr Operator Smart Fridges als Micro-Markets nutzen.⁽¹²⁾
Das ist kein Beweis, dass Ernährung im Fitnessstudio jetzt einen Smart Fridge erfordert. Aber es ist ein Signal: Das Format ist im Markt angekommen. Und an dieser Stelle kann man nüchtern sagen: Systeme wie ein Smart-Kiosk (z. B. Livello) sind in diesem Modell ein Enabler – weil sie das lösen, was frische Ware scheitern lässt:
- bargeldloser Zugriff (geringere Kassenprobleme),
- automatische Erfassung/Checkout (weniger Reibung),
- Bestandsübersicht in Echtzeit (weniger „leer, obwohl voll“),
- remote steuerbare Preise/Promos (weniger manuelle Arbeit),
- sauberer Prozess für Befüllung und Kontrolle (weniger Chaos).
Nicht romantisch. Praktisch.
Was verkauft sich als „frisch“ im Gym wirklich? Die neue Sortimentslogik
Frische Ernährung im Fitnessstudio ist keine Kantine. Sie ist auch nicht der Supermarkt. Sie ist eine Zwischenmahlzeit-Ökonomie: klein, schnell, protein-bewusst, aber nicht nur.
Das Sortiment lässt sich gedanklich eher in drei Tagesmomente teilen als in Produktkategorien:
Vor dem Training: leicht, unkompliziert
Der Klassiker ist die Banane. Aber niemand wird reich von Bananen, wenn sie braun werden. Besser sind Produkte, die stabil, portioniert und „clean“ wirken: Overnight Oats, kleine Joghurts, Frucht-Quark, belegte kleine Brote. Dazu Wasser, Kaffee, Elektrolyt-Getränk (ohne Zuckerorgie). Faktischer Hintergrund: Sporternährungsempfehlungen im öffentlichen Bereich betonen regelmäßig, dass der Bedarf individuell ist, aber dass eine ausgewogene Basisernährung, auch bei der Ernährung im Fitnessstudio, zentral bleibt. ⁽¹⁾
Nach dem Training: „ich brauch was Richtiges“
Nach dem Training ist das Fenster nicht nur physiologisch, sondern psychologisch: Jetzt ist die Kaufbereitschaft hoch. Wer hier nur Riegel bietet, verschenkt Umsatz und bindet das Studio an ein image-armes Regal. Hier funktionieren: proteinreiche Bowls (Huhn/Tofu + Reis/Quinoa + Gemüse), Wraps mit klarer Makro-Logik, Salate, die nicht nach „Diät“ aussehen (Kichererbsen, Feta, Linsen), Sandwiches mit Vollkorn und echter Füllung. Einschätzung: Die beste „Post-Workout-Ware“ ist die, die ein Mitglied auch am nächsten Arbeitstag wieder kaufen würde. Dann wird aus „Gym-Snack“ ein Alltagsprodukt.
„Zwischen Tür und Terminen“
Der Studio-Alltag ist oft Schicht-Alltag. Viele trainieren vor der Arbeit oder spät abends. Für genau diese „Randzeiten“ im Bereich Ernährung im Fitnessstudio sind unbemannte Formate stark – weil Öffnungszeiten nicht mit „Bedarf“ verwechselt werden.
Frische Ware ist auch Risiko – aber ein steuerbares
Risiko 1
Überversprechen (Health Claims)
Je „sportlicher“ ein Produkt vermarktet wird, desto schneller wird es rechtlich heikel. Wer Ernährung im Fitnessstudio verkauft, sollte sich selbst disziplinieren: lieber klare Zutaten, klare Nährwerte, keine Heilversprechen.
Risiko 2
Supplement-Überkonsum (und der Reputationsschaden)
Die Sportmedizin-Analyse zeigt: männliche Gym-Nutzer sind eine Risikogruppe für übermäßigen Supplementkonsum.⁽²⁾ Das Studio muss das nicht „lösen“. Aber es kann vermeiden, es zu verstärken: mit Sortiment, mit Information, mit Zurückhaltung bei Hardcore-Produkten.
Risiko 3
Verderb, Abschriften, Entsorgung
Hier ist weniger Philosophie gefragt als Handwerk: Planogramm, Mindestabnahmen, kleine Lieferzyklen, saubere Preislogik (z. B. dynamische Reduktion am Abend). Technik kann helfen – aber auch ohne Technik gilt: Wer Frische bei der Ernährung im Fitnessstudio will, muss Mengen dem Alltag anpassen, nicht dem Wunschdenken.
Operativ gedacht: So wird aus „Idee“ ein Prozess
Die Planung lässt sich in fünf Schritten denken – in Sätzen, nicht in PowerPoint.
Starten Sie fokussiert mit 12–20 starken SKUs und einer klaren Entscheidung zwischen Eigenbetrieb oder Partnermodell, um von Beginn an saubere Verantwortlichkeiten zu schaffen.
Organisieren Sie die Operative über praktische Frische-Intervalle und ein sichtbares MHD-Management, wobei geplante Abschriften nicht als Fehler, sondern als Preis für Qualität gelten.
Gestalten Sie das Sortiment marktgerecht mit Produkten, die auch ohne „Protein-Religion“ funktionieren, und setzen Sie auf eine faire Preispsychologie, die den schnellen Kaufmoment nach dem Training nutzt.
Nutzen Sie Automatisierung durch 24/7-Unattended-Formate und smarte Feedback-Schleifen, da aktuelle Daten zur Standortverschiebung und Smart-Fridge-Nutzung diesen Bedarf bestätigen.⁽¹²⁾
Skalieren Sie nüchtern, indem Sie bei mehreren Standorten Einkauf und Daten zentralisieren, während Sie bei Supplements die regulatorischen Risiken und Realitäten fest im Blick behalten.⁽⁶⁾⁽⁸⁾⁽⁹⁾
Das sind mehr als „Best Practices“. Das ist Alltag.
Ausblick: Welche Trends treffen Studios am stärksten?
Die Hard Facts:
Fitness wächst in Deutschland weiter (Mitglieder und Umsatz).⁽⁴⁾
„Protein“ wird Mainstream-Sprache in Food & Retail (Beobachtung + Datenpunkte aus UK/USA im IFE-Beitrag).⁽¹⁰⁾
Supplementkonsum ist hoch; ein großer Teil der Bevölkerung nutzt sie regelmäßig.⁽⁶⁾
Unattended/Vending diversifiziert Standorte; Smart Fridges sind sichtbar im Operator-Universum.⁽¹²⁾
Einschätzung:
2026/27 wird „Protein“ als Claim allein schwächer; „Protein + echte Zutaten + Transparenz“ wird stärker.
Studios werden stärker zu Lifestyle-Hubs: Training + Versorgung + Tracking. Wer dort Essen anbietet, bindet Alltag, nicht nur Mitgliedschaft.
Betreiber mit mehreren Standorten werden Food stärker als Supply-Chain-Thema behandeln (Planung, Forecast, Route).
Regulierung und mediale Aufmerksamkeit und damit eine Erwartung an Händler/Verkaufspunkte, verantwortungsvoll zu kuratieren.
Fazit: Wer für die Ernährung im Fitnessstudio nur Pulver anbietet, verkauft am Alltag vorbei
Man kann sich das schönreden: „Unsere Leute wollen halt Riegel.“ Ja. Oft. Aber nicht immer – und schon gar nicht für immer. 2026 ist das Fitnessstudio nicht mehr nur Trainingsraum, sondern ein Ort, an dem Gewohnheiten entstehen. Wer hier Ernährung auf Supplements reduziert, verstärkt eine Einseitigkeit, die medizinisch längst diskutiert wird und die viele Mitglieder im Alltag ohnehin schon mit sich herumtragen.
Die eigentliche Chance liegt nicht im großen Ernährungskonzept, sondern im kleinen, verlässlichen Angebot. Etwas, das satt macht. Etwas, das nach Essen aussieht. Ein Joghurt, der nicht nach Kindheit schmeckt, sondern nach Plan. Eine Bowl, die nicht predigt, sondern liefert. Ein Wrap, der keine Ausrede ist.
Natürlich ist frische Ware anspruchsvoller als ein Karton Pulver. Kühlung, MHD, Abschriften, Hygiene – das ist Arbeit. Aber es ist steuerbare Arbeit. Und sie zahlt zurück: in zusätzlichem Umsatz pro Besuch, in Bindung, in einem Studio-Gefühl, das über Geräte hinausgeht. Gerade dort, wo Personal knapp ist, werden unbemannte Versorgungslösungen zum pragmatischen Mittelweg: nicht als Technikspielerei, sondern als Prozesshilfe, die Frische überhaupt erst möglich macht.
Am Ende bleibt eine einfache Frage, die jedes Studio für sich beantworten muss: Wollen wir für die Ernährung im Fitnessstudio nur „Nahrungsergänzung“ verkaufen – oder echte Versorgung ermöglichen? Wer sich für Letzteres entscheidet, muss nicht alles neu erfinden. Aber er muss anfangen. Klein. Sauber. Und mit dem Mut, den Riegel nicht mehr für die ganze Wahrheit zu halten.
FAQ: Ernährung im Fitnessstudio – die wichtigsten Fragen für Betreiber & Caterer
Weil die meisten Mitglieder keine Leistungssportler sind, sondern Alltagssportler – und deren Ernährung vor allem verlässlich, sättigend und praktikabel sein muss. Studien und Behördenhinweise betonen, dass Nahrungsergänzungsmittel eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen und für viele Freizeitsportler oft nicht notwendig sind. Gleichzeitig zeigt die Praxis im Gym: Wer nur Riegel und Pulver anbietet, prägt Gewohnheiten in Richtung Einseitigkeit. Ein „Food-first“-Angebot (z. B. Bowls, Wraps, Joghurt, frische Snacks) macht es Mitgliedern leichter, nach dem Training eine echte Mahlzeit zu wählen.
Am besten laufen Produkte, die schnell konsumierbar sind, klaren Nutzen haben und in Portionsgrößen funktionieren: proteinreiche Bowls, Wraps, belegte Vollkorn-Sandwiches, Skyr/Joghurt, Obst und hochwertige Ready-to-eat-Salate. Entscheidend ist nicht „maximal gesund“, sondern „maximal alltagstauglich“ – je nach Standort und Randzeiten. Wer klein startet (12–20 SKUs) und Abverkauf und MHD sauber steuert, senkt Verluste spürbar. Unbemannte Verkaufsformate mit Bestands- und Absatzdaten (z. B. Smart-Kiosk-Lösungen wie Livello) helfen, die Nachfrage pro Standort realistisch zu planen, statt auf Bauchgefühl zu bestellen.
Klein starten: 12–20 SKUs, die „immer gehen“ (Bowl/Wrap/Skyr/Obst/Wasser).
Kühlkette & MHD definieren: klare Routinen für Kontrolle, Dokumentation und Abschriften.
Randzeiten ernst nehmen: Früh/Spät/24-7 sind Umsatzfenster, nicht „Restzeiten“.
Partner-Modell prüfen: Caterer/Brand beliefert, Studio stellt Fläche – Verantwortlichkeiten schriftlich klären.
Daten statt Bauchgefühl: Abverkauf pro SKU/Tag messen; bei Bedarf mit smarten, unbemannten Kiosken (z. B. Livello) steuern.
Das größte Risiko ist weniger „das Produkt“, sondern die Kombination aus Überangebot, Überdosierung und falschen Erwartungen. Gerade bei bestimmten Zielgruppen kann ein hoher Supplementkonsum auftreten; gleichzeitig sind Grenzwerte und Risikobewertungen (z. B. bei Vitaminen) ein sensibles Thema. Studios sollten deshalb kuratieren statt eskalieren: lieber wenige, seriöse Produkte mit klarer Kennzeichnung als ein Regal voller „Wunder“-Claims. Praktisch heißt das: Fokus auf Food-first, Supplements nur ergänzend – und keine Gesundheitsversprechen im Verkauf.
Ein Smart-Kiosk ist ein unbemannter, digital gesteuerter Verkaufspunkt für gekühlte oder ungekühlte Produkte, der Bezahlung, Zugriff und Bestand effizient organisiert. Er lohnt sich besonders, wenn Personal knapp ist, Randzeiten wichtig sind oder mehrere Standorte einheitlich versorgt werden sollen. Der Vorteil liegt im Prozess: weniger Reibung beim Verkauf, bessere Planbarkeit, und oft weniger Out-of-Stock bzw. weniger Abschriften durch bessere Datenlage. Lösungen wie Livello werden dabei meist nicht als „Gadget“ eingesetzt, sondern als Infrastruktur, damit frische Ware überhaupt zuverlässig funktioniert.
Caterer können sich als verlässlicher Versorgungspartner positionieren, statt nur „Snacks zu stellen“. Mit planbaren Lieferzyklen, standardisierten SKUs und klaren Qualitätsroutinen wird aus dem Gym ein kleiner, stabiler Absatzkanal. Unbemannte Ausgabepunkte (z. B. Smart-Kiosk-Systeme wie Livello) können die Distribution pro Standort vereinfachen und Abverkaufsdaten liefern, die Menüplanung und Forecasting verbessern. So wird Belieferung messbar – und skalierbar.
Stand der Recherche: 02.03.2026
BMLEH – Sport- und Ernährungstipps für jeden Fitnesstyp – Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), o. D. (abgerufen 02.03.2026)
https://www.bmleh.de/DE/themen/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/arbeit-und-freizeit/ernaehrungstipps-sportler.htmlDeutsche Zeitschrift für Sportmedizin – Explorative Datenanalyse deutet auf einen übermäßigen Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln bei männlichen Fitnessstudio-Besuchern in Deutschland hin – DZSM, 10/2024
https://www.zeitschrift-sportmedizin.de/explorative-datenanalyse-deutet-auf-einen-uebermaessigen-konsum-von-nahrungsergaenzungsmitteln-bei-maennlichen-fitnessstudio-besuchern-in-deutschland-hin/German Journal of Sports Medicine – Exploratory data analyses indicate an overuse of dietary supplements among male gym users in Germany (PDF) – German Journal of Sports Medicine, 2024 (Issue 6 / online 10/2024)
https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2024/Issue_6/DtschZSportmed_Originalia_10.5960dzsm.2024.612_Isenmann_Over-Consumption_of_Dietary_Supplements_2024-6.pdfDSSV – Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2025 (Pressemitteilung/PDF) – DSSV, 03/2025
https://www.dssv.de/wp-content/uploads/2025/03/pm_eckdaten_2025.pdfEuropeActive / Deloitte – European Health & Fitness Market Report 2025 (Kommunikation/Marktüberblick) – EuropeActive & Deloitte, 2025
https://www.spabusiness.com/wellness-products-and-services/European-fitness-sector-shows-strong-growth-reveals-EuropeActive-and-Deloitte/355509Verbraucherzentrale – Drei von vier Personen kaufen regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel – Verbraucherzentrale, 12.02.2026
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/drei-von-vier-personen-kaufen-regelmaessig-nahrungsergaenzungsmittel-70191IQVIA – Infografik Nahrungsergänzungsmittel (VMHS) – IQVIA, 05/2025
https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/germany/library/infographic/2025_iqvia_infografik_nahrungsergnzungsmittel_052025.pdfBfR – Aktualisierung (2024): Höchstmengenvorschläge für Vitamin B6 in Lebensmitteln inkl. Nahrungsergänzungsmitteln (PDF) – Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2024
https://www.bfr.bund.de/cm/343/aktualisierung-2024-hoechstmengenvorschlaege-fuer-vitamin-b6-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln.pdfEFSA – Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin B6 (EFSA Journal) – European Food Safety Authority, 29.03.2023
https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.2903/j.efsa.2023.8006IFE – Protein beyond the gym: How the wellness revolution is reshaping consumer choices – International Food & Drink Event (IFE), 22.09.2025
https://www.ife.co.uk/news/protein-beyond-gym-wellness-revolution-reshaping-consumer-choicesMcKinsey – The Future of Wellness trends survey 2025 – McKinsey, 2025
https://www.mckinsey.com/industries/consumer-packaged-goods/our-insights/future-of-wellness-trendsEVA / AVA – EVA Market Report: Europe Summary (PDF, Oct 2024; Datenbasis bis Ende 2023) – European Vending & Coffee Service Association / Austrian Vending Association, 10/2024
https://the-ava.com/downloads/EVAMarketReport-EuropeSummaryOct-24.pdfEuropean Labour Authority – Report: Accommodation and food service activities – issues and challenges related to labour – ELA, 2024
https://www.ela.europa.eu/en/publications/report-accommodation-and-food-service-activities-issues-and-challenges-related-labourDestatis – Inflationsrate im Januar 2026 bei +2,1 % – Statistisches Bundesamt, 02/2026
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_051_611.htmlBundesfinanzministerium – Lohnsteuerliche Behandlung von Mahlzeiten (BMF-Schreiben) – BMF, 29.12.2025
https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Lohnsteuer/2025-12-29-lohnsteuerliche-behandlung-mahlzeiten.htmlBMLEH – Ernährungsreport 2025 – Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), 27.11.2025
https://www.bmleh.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport2025.html
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