24/7 Store eröffnen: Kosten, Voraussetzungen & erste Schritte

Wer heute einen 24/7 Store eröffnen will, trifft auf einen Markt, der gerade reif wird. Irgendwo zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens entsteht ein Bedarf, den der klassische Einzelhandel schlicht ignoriert. Die Pflegerin nach der Nachtschicht. Der Monteur, der um 5 Uhr früh auf der Baustelle erscheint. Die Studentin, die um 23 Uhr noch etwas essen will. Sie alle treffen auf geschlossene Türen – und kaufen entweder gar nichts, fahren zur nächsten Tankstelle, oder greifen zum Smartphone und bestellen irgendwo online.

Genau in diese Lücke stoßen 24/7 Stores. Und das nicht mehr als Experiment, sondern als ernstzunehmende Betriebsform. Wer heute einen solchen Store eröffnen will – ob als Zusatzeinkommen, als Erweiterung eines bestehenden Betriebs oder als eigenständiges Geschäftsmodell – findet mehr Möglichkeiten als je zuvor. Aber auch mehr Fragen: Wie viel kostet das? Was ist rechtlich erlaubt? Welche Technologie taugt wirklich?

Dieser Artikel gibt Antworten. Und zwar nüchterne.

Was ein 24/7 Store überhaupt ist – eine kurze Definition

Bevor Zahlen genannt werden, lohnt es sich, die Begriffe zu klären. Der Begriff „24/7 Store“ ist nämlich kein geschütztes Wort, sondern ein Oberbegriff für ganz unterschiedliche Konzepte.

Ein autonomer Store ist ein vollständig unbemannter Laden. Kunden verschaffen sich über Karte oder App Zugang, entnehmen Produkte und werden automatisch abgerechnet – ohne jede menschliche Interaktion. Die Technik ist zwar aufwendig, dafür ist das Konzept aber potenziell hochskalierbar.

Die einfachere Variante ist der Smart Kiosk/Smart Fridge: ein intelligenter Automat oder Kühlschrank mit Sensorik, der Entnahmen erkennt und abrechnet. Er kann per App oder Karte bedient werden. Es wird kein separater Raum und keine Zugangskontrolle benötigt. Der Investitionsaufwand ist deutlich geringer.

Micro-Market ist das Mittelding: eine offene, nicht abgeschlossene Verkaufsfläche (meist 5–30 m²) mit mehreren Regalen, Kühlschränken und einem Self-Checkout-Terminal. Üblich in Unternehmen, Hotels und Krankenhäusern.

Wer einen 24/7 Store „eröffnen“ möchte, muss sich als Erstes fragen: Welches Konzept passt zu meinem Standort, meiner Zielgruppe und meinem Investitionsrahmen?

Der Markt: Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist, einen 24/7 Store zu eröffnen

Die Zahlen sind eindeutig. So hat sich die Anzahl identifizierter Smart-Store-Konzepte in Deutschland von 44 im Juni 2022 auf 97 im Januar 2024 mehr als verdoppelt. [1] In Europa gibt es bereits mehr als 25 verschiedene Store-Konzepte, die rund um die Uhr betrieben werden und keine Angestellten beschäftigen. [2] Das ist keine Modewelle, sondern eine Tatsache. Es etabliert sich gerade eine neue Infrastruktur.

Was treibt das? Mehrere Faktoren gleichzeitig.

Ein Grund ist die Urbanisierung. Europas Städte wachsen, die Haushaltsgrößen schrumpfen und der Wunsch nach ortsnaher, schneller und umwegfreier Versorgung nimmt deutlich zu. Ketten erweitern aus genau diesem Grund ihre Food-to-go-Angebote in Europa. Wer einen 24/7 Store eröffnen möchte, findet heute also ein Marktumfeld vor, das es vor drei Jahren so nicht gab.

Ein weiterer Treiber ist Personalmangel. Für viele kleine Betriebe wie Bäckereien, Hofläden, Fitnessstudios oder Coworking Spaces ist es schlicht nicht finanzierbar, Personal abends und am Wochenende einzustellen. Ein automatisiertes Verkaufssystem ermöglicht die Nutzung dieser Betriebszeiten ohne Mehrkosten.

Der dritte Treiber ist die Technologie. Was noch vor fünf Jahren als Laborprojekt galt – Sensorfusion, automatische Produkterkennung und kontaktlose Bezahlung – ist heute Marktstandard. Die Dynamik in der Entwicklung von unbemannten Kleinsupermärkten hat seit 2022 deutlich zugenommen. Dadurch ist es möglich, diese Betriebsform an Orten umzusetzen, an denen ein Betrieb mit Personal schlicht nicht rentabel wäre.

Kurz gesagt: Der Markt ist bereit. Die Frage ist nur, wie man einsteigt.

Livello Smart Fridge: Transparent, vollständig digital und mit Mission Control Dashboard ausgestattet – der Livello Smart Fridge ist die ideale Lösung für professionelle und ohne großen Aufwand betriebene 24/7 Stores.

Welcher Standort passt, wenn man einen 24/7 Store eröffnen will?

Ein 24/7 Store ist kein Selbstläufer. Er braucht Frequenz. Nicht zwingend Hochfrequenz wie am Bahnhof – aber ein Grundrauschen an Bedarf, das regelmäßig und verlässlich da ist.

Drei Standorttypen haben sich in der Praxis bewährt:

Geschlossene B2B-Standorte

Büros, Krankenhäuser, Hotels, Fitnessstudios, Hochschulen. Diese Standorte sind in mehrfacher Hinsicht ideal. Die Zielgruppe ist klar definiert, der Bedarf vorhersehbar, und – das ist entscheidend – das Ladenöffnungsgesetz greift hier kaum, weil es sich nicht um öffentliche Verkaufsstellen handelt. Ein Smart Fridge im Pausenraum oder in der Hotellobby ist rund um die Uhr zugänglich, ohne rechtliche Komplikationen.

Ländliche Versorgungslücken:

Im ländlichen Raum expandieren Smart-Store-Konzepte deutlich schneller als in Hochfrequenzlagen. Dort können Versorgungslücken geschlossen werden, ohne mit klassischen Konzepten zu konkurrieren. Zudem gibt es faktisch keine E-Food-Angebote auf dem Land. Ein Dorfladen-Automat in einer Gemeinde ohne Supermarkt ist kein Nischenprodukt – er ist Grundversorgung.

Hybride Standorte:

Bestehende Betriebe (Bäckerei, Hofladen, Tankstelle), die nach 18 Uhr schließen müssen, können ihre Öffnungszeiten durch einen vorgelagerten Automaten de facto verlängern. Der Verkaufsautomat für regionale Produkte ist kein Konkurrent des Hofladens – er ist dessen verlängerter Arm.

Rechtliches: Was in Deutschland wirklich erlaubt ist

Das ist das Thema, das viele unterschätzen. Und es ist komplizierter als gedacht.

In Deutschland ist das Ladenöffnungsrecht Ländersache. Die meisten Bundesländer erlauben Öffnungszeiten von Montag bis Samstag rund um die Uhr (die sogenannte „6×24-Regelung“) [3]. Bayern und das Saarland sind restriktiver: dort gilt werktags 6–20 Uhr. Rheinland-Pfalz und Sachsen erlauben Mo.–Sa. bis 22 Uhr.

Das eigentliche Problem: der Sonntag. An Sonn- und Feiertagen gilt in Deutschland grundsätzlich Verkaufsverbot. Dieser Grundsatz hat Verfassungsrang. Für vollautomatisierte 24/7 Stores bewegte sich das bis vor Kurzem in einer echten Grauzone.

Inzwischen passiert aber etwas: Mecklenburg-Vorpommern hat als erstes Bundesland ab dem 1. Februar 2024 Kunden ermöglicht, in Smart Stores auch am Sonntag einzukaufen. Hessen kehrte nach einem zunächst restriktiven Gerichtsurteil ebenfalls zur Genehmigung zurück – alle Fraktionen stimmten für die Gesetzesänderung. Thüringen plant ebenfalls eine Genehmigung für vollautomatisierte Geschäfte.

Das bedeutet: Das Recht zieht nach. Langsam, aber es zieht nach.

Wichtige Ausnahme für B2B-Betreiber:

Wer einen Smart Fridge oder Kiosk in einem Büro, Hotel, Krankenhaus oder Fitnessstudio betreibt, betreibt keine öffentliche Verkaufsstelle im Sinne des Ladenöffnungsgesetzes. Das Gerät steht für Mitarbeiter oder Gäste bereit – 365 Tage, 24 Stunden. Hier greift das Ladenschlussrecht schlicht nicht. Für B2B-Betreiber ist das der einfachste Weg, einen 24/7 Store zu eröffnen – ohne bürokratische Hürden.

Wer einen öffentlich zugänglichen Store plant, sollte sich vorab mit dem zuständigen Ordnungsamt und einem Fachanwalt für Handelsrecht beraten. Die Lage ist je nach Bundesland unterschiedlich, und sie ändert sich gerade.

Technologie: Was es gibt und was es taugt

Wer einen 24/7 Store eröffnen will, muss sich durch ein inzwischen gut sortiertes Technologieangebot navigieren.

Self-Checkout-Kiosk (Basismodell)

Der Kunde scannt selbst, zahlt am Terminal, nimmt die Ware mit. Kein Personal nötig, aber Ehrlichkeit vorausgesetzt. Bewährt bei bekannter Kundschaft (Büros, Clubs), kaum geeignet für anonyme öffentliche Standorte.

RFID-basierte Systeme

Jedes Produkt ist mit einem RFID-Chip versehen. Der Kunde nimmt, was er möchte, beim Verlassen des Stores oder beim Schließen der Tür wird automatisch abgerechnet. Besonders stark bei Metzgereien und Lebensmittelhandel, weil sich auch Verfallsdaten automatisiert prüfen lassen [4]. Nachteil: Produktkosten steigen durch das Tagging.

Sensorfusion (Kamera + Gewicht)

Kameras tracken Entnahmen visuell, Gewichtssensoren auf den Regalen bestätigen sie. Das ist die Technologie hinter den aufwendigsten autonomen Store-Konzepten weltweit – hohe Erkennungsgenauigkeit, nahezu reibungsloser Checkout-Prozess. Der Haken: Die Implementierungskosten sind entsprechend hoch, und die Integration in bestehende Infrastrukturen ist komplex. Ein Konzept für große Rollouts – weniger für den Einzelunternehmer, der schnell starten will.

Smart Fridge / Smart Kiosk (modularer Ansatz)

Der pragmatische Mittelweg. Intelligente Kühlschränke oder Kiosk-Einheiten erkennen entnommene Produkte über Sensorik, zeigen sie in Echtzeit auf dem Display an und rechnen beim Schließen der Tür ab. Keine Raumplanung, keine baulichen Maßnahmen, keine Personalschulungen. Der Kühlschrank steht irgendwo – und funktioniert.

Livello etwa arbeitet mit einem solchen Ansatz: Der Kühlschrank öffnet per Karte oder App, Sensorik trackt jedes entnommene Produkt, die Abrechnung erfolgt automatisch. Die Verwaltungssoftware läuft cloudbasiert und liefert Bestandsdaten, Verkaufsanalysen und Temperaturnachweise in Echtzeit. Für den Betreiber bedeutet das: kein Kassentrubel, keine Bestandszettel, kein manueller Abgleich.

Kosten: Was ein 24/7 Store wirklich kostet

Hier muss klar differenziert werden, weil die Spanne enorm ist.

  • Konzept

  • Anschaffungskosten (Kauf)

  • Leasing/Miete (mtl.)

  • Break-even (ca.)

  • Einzelautomat / Smart Fridge

  • 8.000–20.000 €

  • ab ~300 €/Monat

  • 12–18 Monate

  • Micro-Market
    (3–5 Geräte)

  • 25.000–60.000 €

  • ab ~700 €/Monat

  • 18–24 Monate

  • Vollautonomer Store
    (50 m²)

  • 100.000–300.000 €

  • je nach Vertrag

  • 36–60 Monate

  • Die Zahlen für Einzelautomaten kommen aus dem Marktstandard: Einzelautomaten beginnen bei rund 7.950 €, Komplettlösungen ab 15.900 €. Leasingoptionen sind ab 299 € monatlich verfügbar. Erfahrungsgemäß erreichen Betreiber die Gewinnschwelle nach 12 bis 18 Monaten.

    Für vollautonome Stores gilt hingegen: Die Investitions- und Betriebskosten sind signifikant hoch. Das wird von Branchenbeobachtern immer wieder als wesentliche Hürde für den schnellen Rollout in Deutschland genannt.

    Laufende Kosten

    Was oft vergessen wird: Die Hardware ist nur der Anfang. Dazu kommen:

    Befüllung und Logistik – wer befüllt, wie oft, mit welchem Aufwand? Bei einem Smart Fridge im Büro sind das oft 5 Minuten zweimal die Woche. Bei einem öffentlichen Store mit 500 Produkten braucht man eine eigene Logistikroute.

    Strom – ein gewerblicher Kühlschrank verbraucht je nach Größe und Modell 2–5 kWh täglich. Bei aktuellen Strompreisen von ca. 30 Cent/kWh sind das 20–50 Euro monatlich.

    Wartung und Support – moderne Geräte melden Ausfälle automatisch per Telemetrie. Der Aufwand ist gering, aber kalkulieren sollte man ihn.

    Software / Plattformgebühr – die meisten modernen Systeme laufen auf einer SaaS-Plattform. Kosten: je nach Anbieter und Modell 50–200 Euro monatlich.

    Eine einfache Beispielrechnung

    Szenario: Smart Fridge im Fitnessstudio, 40 Mitglieder täglich, Ø-Bon 4,50 €, 70 % Auslastung

    Tagesumsatz: ca. 126 € | Monatsumsatz: ca. 3.780 €

    Wareneinsatz (~50 %): ca. 1.890 € | Betriebskosten (Strom, Software): ca. 120 €

    Monatlicher Deckungsbeitrag: ca. 1.770 €

    Bei einem Gerät für 12.000 € (Kauf): Break-even nach ca. 7 Monaten.

    Bei Leasing (350 €/Monat): sofortiger positiver Cashflow.

    Diese Rechnung ist vereinfacht – aber sie zeigt: Das Modell funktioniert, wenn der Standort stimmt.

    Sortiment: Was sich verkauft und was nicht

    Wer einen 24/7 Store eröffnet, stellt schnell fest: Das beste Gerät nützt nichts, wenn das Angebot am Bedarf vorbeigeht.

    Rotationsprodukte priorisieren. Was täglich gebraucht wird – Getränke, einfache Snacks, Hygieneartikel – bewegt sich. Was nur gelegentlich gebraucht wird, verdirbt oder bindet unnötig Kapital.

    Frische ist möglich, aber aufwendig. Frische Salate, Sandwiches, Bowls – das funktioniert und steigert den Bon deutlich. Aber es erfordert tägliche oder zweitägige Befüllung und ein gutes Verfallsdatenmanagement. Lieber klein anfangen und skalieren, als zu viel riskieren.

    Non-Food als Umsatzmultiplikator. Hotels profitieren enorm von Hygieneprodukten, Ladekabeln, Reisutensilien. Fitnessstudios von Proteinriegeln, Shaker-Flaschen. Ein klug gemischtes Sortiment erhöht den Durchschnittsbon, ohne die Komplexität zu steigern.

    Regionalität als Differenzierungsmerkmal. Gerade im ländlichen Raum schafft ein Automat mit regionalen Produkten echten Mehrwert – für Kunden und für den Betreiber, der sich von der Tankstellen-Konkurrenz abhebt.

    Erste Schritte: So kann man einen 24/7 Store eröffnen

    Wer einen 24/7 Store eröffnen will, sollte diese Schritte in der richtigen Reihenfolge angehen.

    1. Standortanalyse. Wie viele potenzielle Nutzer gibt es pro Tag? Gibt es Versorgungslücken? Ist der Standort innen oder außen? Öffentlich oder halböffentlich?

    2. Rechtsprüfung. Was erlaubt das Ladenöffnungsgesetz im jeweiligen Bundesland? Ist eine Gewerbeanmeldung erforderlich? Welche Steuersätze gelten für welche Produktkategorien (7 % vs. 19 % MwSt.)?

    3. Technologieauswahl. Passt ein Smart Fridge, ein Micro-Market oder ein vollautonomer Store? Welche Software ist dahinter? Welche Bezahlmethoden werden unterstützt? Gibt es Schnittstellen zur eigenen Buchhaltung?

    4. Sortimentsentwicklung. Nicht mit 200 Produkten starten. Lieber 30 gut rotierende Artikel, nach drei Monaten evaluieren, dann ausbauen.

    5. Testbetrieb. Die meisten seriösen Anbieter ermöglichen einen Testbetrieb oder eine Testphase. Wer das nicht nutzt, verschenkt wertvolle Lernzeit.

    Insights to Action: Was das operativ bedeutet

    Fassen wir zusammen – nicht als Checkliste, sondern als Haltung.

    Der 24/7 Store ist kein Ersatz für menschlichen Service – er ist sein Ergänzer. Wer ihn als Billigalternative zu einer Vollzeitkraft versteht, wird enttäuscht sein. Wer ihn als Verlängerung des eigenen Angebots in Zeiten begreift, in denen sonst nichts da wäre, der hat das Modell verstanden. 

    Der Einstiegsweg über B2B-Standorte ist der risikoärmste. Kein Ladenöffnungsgesetz, überschaubare Flächen, bekannte Kundschaft. Ein Smart Fridge im Büro oder Hotel ist innerhalb von Wochen rentabel – wenn der Standort stimmt. Gerade deshalb ist der Smart Fridge im B2B-Umfeld der risikoärmste Weg, einen ersten 24/7 Store zu eröffnen.

    Die Technologie ist reif. Das war vor drei Jahren noch anders. Heute gibt es in Deutschland Dutzende Betreiber, die beweisen, dass das Modell funktioniert.

    Rechtliche Unsicherheiten beim Sonntagsbetrieb schwinden. Mehrere Bundesländer haben 2024 ihre Gesetze angepasst oder sind dabei. Ein neues Ladenschlussgesetz schafft 24-Stunden-Öffnungszeiten von digitalen Dorfläden ohne Personal und macht dies auch am Wochenende rechtssicher. Wer heute investiert, profitiert morgen von regulatorischer Rückendeckung.

    Wer mit dem Modell sympathisiert, sollte jetzt anfangen. Nicht wegen irgendwelcher Modezyklen, sondern weil die Lernkurve Zeit braucht. Die ersten sechs Monate lehren mehr als jede Marktanalyse.

    Fazit: Zusatzumsatz ohne Zusatzpersonal – es geht

    Ein 24/7 Store ist keine Science-Fiction mehr. Er ist auch kein Selbstläufer. Zwischen diesen beiden Polen liegt die Wahrheit.

    Wer heute in Deutschland einen 24/7 Store eröffnen möchte und einen klaren Standort hat, findet die Voraussetzungen so gut wie selten zuvor. Die Technologie ist da. Die Nachfrage ist da. Das Recht zieht nach.

    Was fehlt, sind oft nur Mut zum ersten Schritt – und die richtigen Partner.

    FAQ: 24/7 Store eröffnen

    Das kommt stark darauf an, wo und wie der Store betrieben wird. Wer einen Smart Fridge oder Kiosk in einem Büro, Hotel oder Fitnessstudio aufstellt, betreibt keine öffentliche Verkaufsstelle im Sinne des Ladenöffnungsgesetzes – hier ist keine gesonderte Genehmigung nötig. Anders sieht es bei öffentlich zugänglichen Standorten aus: Dort gelten die Ladenöffnungsgesetze der jeweiligen Bundesländer, die sich teils erheblich unterscheiden. Die Sonntagsöffnung war lange eine Grauzone, doch mehrere Bundesländer haben ihre Gesetze inzwischen angepasst und vollautomatisierte Stores ausdrücklich erlaubt. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich vorab beim zuständigen Ordnungsamt informieren und im Zweifel einen Fachanwalt hinzuziehen.

    Der Einstieg ist günstiger als viele denken – es kommt aber sehr auf das gewählte Konzept an. Ein einzelner Smart Fridge ist bereits ab rund 8.000 € erhältlich, Leasingoptionen starten teils unter 300 € monatlich. Ein vollautonomer Store auf eigener Fläche kann hingegen schnell sechs- bis siebenstellige Investitionen erfordern.

    Ja, die Befüllung liegt in der Regel beim Betreiber – oder bei einem beauftragten Servicepartner. Bei kleineren Geräten wie einem Smart Fridge ist das meist eine Sache von wenigen Minuten zwei- bis dreimal pro Woche. Wer das nicht selbst übernehmen möchte, kann mit lokalen Lebensmittellieferanten oder Cateringdiensten kooperieren, die die Bestückung übernehmen. Moderne Geräte zeigen Füllstände in Echtzeit über eine App oder ein Dashboard an, sodass man nicht vor Ort sein muss, um zu wissen, wann Nachschub nötig ist. Das spart Zeit und verhindert, dass der Automat leer steht – was erfahrungsgemäß der größte Umsatzkiller bei diesem Modell ist.

    Schnell rotierende Produkte mit klarem Alltagsbezug – Getränke, Snacks, einfache Mahlzeiten – bilden das Rückgrat jedes erfolgreichen Sortiments. Non-Food-Artikel wie Hygieneartikel oder Ladekabel können je nach Standort den Durchschnittsbon deutlich erhöhen. Als Faustregel gilt: lieber 30 gut durchdachte Produkte als 150 halbgare.

    Ja – und das ist einer der interessantesten Aspekte dieses Modells. Im Gegensatz zum klassischen Ladengeschäft braucht man weder Erfahrung im Personalmanagement noch tiefes Warenwirtschafts-Know-how, weil die Technologie einen Großteil dieser Aufgaben übernimmt. Bestandsführung, Abrechnung, Temperaturnachweise – das läuft bei modernen Systemen automatisiert im Hintergrund. Wer einen geeigneten Standort hat und bereit ist, sich anfangs intensiv mit dem Sortiment auseinanderzusetzen, kann das Modell auch ohne Vorkenntnisse erfolgreich betreiben. Entscheidend ist nicht die Branchenerfahrung, sondern das Verständnis für die eigene Zielgruppe: Was brauchen die Menschen an diesem Ort – und wann? Wer diese Frage ehrlich beantwortet, hat die wichtigste Hausaufgabe bereits gemacht. Der Rest ist Technologie und Geduld.

    Stand der Recherche:
    März 2026

    [1] Rüschen, Stephan (Prof. Dr.) / DHBW Heilbronn: „Autonome Shops: Smart Stores 24/7 – gekommen, um zu bleiben", GV Praxis / food-service.de, April 2024 — https://gvpraxis.food-service.de/gvpraxis/news/autonome-shops-smart-stores-247-gekommen-um-zu-bleiben-59247

    [2] Location Insider: „24/7 einkaufen: Autonome Stores auf dem Vormarsch", 2021, aktualisiert 2024 — https://locationinsider.de/24-7-einkaufen-autonome-stores-auf-dem-vormarsch/

    [3] Gründerlexikon: „Häufige Fragen zu Ladenöffnungszeiten", 2024 — https://www.gruenderlexikon.de/checkliste/informieren/ihr-recht/fragen-ladenoeffnungszeiten/

    [4] ixtenso / Rüschen, Stephan: „Smart Stores 24/7 – eine boomende Nische", Dezember 2024 — https://ixtenso.de/technologie/smart-stores-24-7-eine-boomende-nische.html

    [5] Globalpraxis: „Are convenience stores the next key channel in Europe?", 2025 — https://www.globalpraxis.com/insights/are-convenience-stores-the-next-key-channel-in-europe

    [6] EHI / stores+shops: „Autonome Supermärkte – Hightech rund um die Uhr", Juli 2023 — https://www.stores-shops.de/technology/smart-store/autonome-supermaerkte-hightech-rund-um-die-uhr/

    [7] Automatenland: „Traditionelle Kioskbetreiber – Evolution zum 24/7 Geschäft", 2024 — https://automatenland.shop/pages/traditionelle-kioskbetreiber-evolution-zum-24-7-geschaft

    [8] evangelisch.de: „Smart Stores: So kauft Deutschland sonntags ein", Juli 2024 — https://www.evangelisch.de/inhalte/231879/18-07-2024/geschaeftsoeffnung-am-sonntag-smart-stores-so-kauft-deutschland-sonntags-ein

    [9] ixtenso: „Autonome Stores aus aller Welt – ein Überblick", 2024 — https://ixtenso.de/technologie/autonome-stores-aus-aller-welt-ein-ueberblick.html

    [10] KOMMUNAL: „Rund-um-die-Uhr-Dorfladen durch neues Ladenschlussgesetz gesichert", Dezember 2025 — https://kommunal.de/dorfladen-digital-neues-ladenschlussgesetz

    [11] Kompetenznetzwerk Handel / DHBW Heilbronn: „Smart Stores 24/7 – Projektseite", aktualisiert Oktober 2025 — https://handel-dhbw.de/smart-stores-24-7/

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